Wasserschutz: Hochwasser
Österreich war im letzten Jahrzehnt mehrfach von Hochwässern betroffen, diesbezügliche Schäden haben deutlich zugenommen. Klimawandel, Veränderungen in der Landschaft, Regulierungen und Kraftwerke werden häufig als Ursachen für die Zunahme der Schäden genannt, es darf aber nicht übersehen werden, dass heute auf Grund des hohen Landnutzungsdrucks wesentlich mehr Infrastruktur in den Überschwemmungsgebieten angesiedelt ist. Der Ausbau der Infrastruktur und die Besiedelung konzentrieren sich vor allem auf die Niederungen und kommen daher immer näher an die Flüsse heran. Auch die Landwirtschaft nutzt vielfach Flächen, die in den Hochwasserüberschwemmungsgebieten liegen. Sie ist somit ein wesentlicher Nutzer der von Hochwasser gefährdeten Flächen, aber auch jener Flächen, die die Entstehung von Hochwässern beeinflussen.
Landwirtschaftlich genutzte Flächen an Gewässern sind in zweierlei Hinsicht für Hochwässer bedeutsam. Einerseits dienen sie als Speicher, um Wasser zurückzuhalten und können somit einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Andererseits bergen sie aber auch ein Schadenspotential, indem Boden abgetragen sowie Schadstoffe wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel aus dem Boden ausgewaschen und in die Gewässer eingetragen werden können.
Entscheidend für die Hochwasserprävention sind die Eigenschaften des Bodens, die u. a. auch aus seiner Bewirtschaftung resultieren. Besonders günstig sind etwa ebene Flächen mit speicherfähigen Böden, die als Grünland genutzt werden. Bei einer Ackernutzung ist hingegen mit größeren Oberflächenabflusswerten zu rechnen, besonders bei Ackerfrüchten mit einem späten Bestandsschluss, denn wenn der Boden nicht durch Vegetation abgedeckt ist, verschlämmen die feinsten Bodenpartikel die Porenstruktur des Bodens und verhindern somit die Versickerung. Ein weiteres Problem stellt die verstärkte Bodenverdichtung auf Ackerflächen durch den erhöhten Einsatz von schweren Maschinen dar, da diese zu einer verringerten Wasserspeicherkapazität der Böden und somit zu einem erhöhten Oberflächenabfluss führt.
Ziel des vorbeugenden Hochwasserschutzes muss daher die Förderung der Versickerung der Niederschläge im gesamten Einzugsgebiet eines Gewässers und die Verbesserung des Wasserrückhaltes sein. Mit dem im Programm für die Entwicklung des Ländlichen Raums festgelegten Ziel der „Stilllegung oder besonders gewässerschonende Bewirtschaftung von auswaschungs- oder austragsgefährdeten Acker- und Grünlandflächen“ wird dem Rechnung getragen.

