Anpassung

Die Landwirtschaft ist in starkem Ausmaß von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Sie ist eine jener Berufssparten, die trotz zunehmender Technologisierung besonders vom Wetter abhängt. Sie gehört zu jenen Bereichen, die durch die Arbeit unter freiem Himmel Wetter und Klima besonders ausgesetzt sind, sowie kurz- und langfristige Wetter- bzw. Klimaveränderungen noch vor anderen Berufssparten zu spüren bekommt.
Die Zunahme von Unwettern wirkt sich ebenso dramatisch auf die Landwirtschaft aus wie die Veränderung der Niederschlagsmuster. So wird etwa im Sommer weniger Niederschlag verzeichnet, was zu Wasserknappheit führen kann, zugleich nehmen aber Starkniederschläge wie Regen- und Hagelschauer zu, die Überschwemmungen verursachen. Es kommt vermehrt zu Bodenerosion, der Boden verliert dadurch wiederum an Wasserspeicherkapazität.
Es wird zunehmend Stress auf Pflanzen wie auch auf Tiere ausgeübt, eine Veränderung in der Schädlingsfauna, auf die in Zukunft reagiert werden muss, zeichnet sich bereits ab.Gemüsesortiment Quelle: BMLFUW/AMA-Bioarchiv/Dall

Eine Diversifizierung der wirtschaftlichen Basis wird daher in Zukunft nötig sein, um Verluste durch Wetterextreme auszugleichen, zugleich ist die Auswahl standortangepasster Pflanzensorten und Tierrassen von besonderer Bedeutung. So wird in Zukunft etwa in manchen Gegenden besonderes Augenmerk darauf gelegt werden müssen, dass Pflanzensorten ausgewählt werden, die auch mit zunehmender Trockenheit und Wärme zurecht kommen und verfügbares Wasser effizient nutzen. Auch mit entsprechender Fruchtfolge kann man im Ackerbau gut auf sich ändernde Klimabedingungen reagieren.
Es kann davon ausgegangen werden, dass die klimabedingten Schäden enorm sein werden, wenn keine Anpassung stattfindet.

Das ÖPUL 2007 will mit einer Reihe von Maßnahmen einen Beitrag zur Anpassung an sich ändernde Klimabedingungen leisten und negative Folgeerscheinungen abfedern. So werden z.B. Erosionsschutzmaßnahmen gefördert, die einen gesunden Boden mit ausreichend Pufferkapazität in Stresssituationen erhalten sollen. Auch die in der biologischen Landwirtschaft fest verankerte Strategie des Fruchtfolgewechsels erweist sich als günstig.
Nicht zuletzt sind alle biodiversitätsfördernden Maßnahmen relevant im Bestreben, sich an Klimaveränderungen anzupassen. Einerseits erweist sich Biodiversität im Sinne des Erhalts genetischer Vielfalt als besonders bedeutsam, andererseits hat sich gezeigt, dass stillgelegte landwirtschaftliche Flächen nicht nur als Rückzugsorte für Flora und Fauna dienen und somit zum Biodiversitätserhalt beitragen, sondern auch im Sinne eines ökologischen Kontinuums fungieren und Arten die Möglichkeit zur Wanderung bieten – einer Tätigkeit, welche die Anpassung vieler Arten an den Klimawandel ermöglicht.

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