ÖPUL-Evaluierungen
Das Agrarumweltprogramm, das Österreichische Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft (ÖPUL) fördert eine umweltschonende Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen. Es bietet Anreize für eine umweltfreundliche Extensivierung der pflanzlichen und tierischen Erzeugung und die langfristige Stilllegung von landwirtschaftlichen Flächen, um Gefährdungsursachen der Biodiversität, wie etwa Überdüngung oder Intensivierung der Bewirtschaftung u. v. m. entgegenzuwirken.
Evaluierungen des ÖPUL-Programms haben gezeigt, dass die Wirksamkeit der einzelnen ÖPUL-Maßnahmen recht unterschiedlich ist. Die Gesamtwirksamkeit einer Maßnahme ist von ihrer „Stärke“ (Bewirtschaftungsänderung) und ihrer Häufigkeit abhängig. „Gezielte“ Maßnahmen (v. a. projektbezogene Naturschutzmaßnahmen) haben wesentlich stärkere Effekte auf die Biodiversität als breit gestreute „horizontale“ Maßnahmen. Die Akzeptanz von Naturschutz- und anderen starken Maßnahmen ist jedoch v. a. auf produktiven Standorten eher gering. Gründe dafür sind, dass die Prämien zu niedrig angesetzt sind und dass die Maßnahmen nur auf einem geringen Flächenanteil umgesetzt werden. So wurden projektbezogene Naturschutzmaßnahmen (kleinräumige erhaltenswerte Strukturen, ökologisch wertvolle Flächen und Neuanlegung von Landschaftselementen) mit dem größten potenziellen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Habitatvielfalt im Bundesgebiet auf etwa 3,5 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (ohne Almen) durchgeführt.
Die Evaluierungen des ÖPUL-Programms anhand von ökologischen Kriterien haben jedoch gezeigt, dass die ÖPUL-Maßnahmen bereits positive Auswirkungen auf den Vogelbestand und die Pflanzenvielfalt in Ackerbaugebieten, den Erhaltungszustand von Natura 2000-Gebieten und die Verminderung von Bodenabtrag im Ackerbau (Erosion) hatten. Flächige Kleinstrukturen wie Gehölzgruppen, die für die Tierwelt der Agrarlandschaft von großer Bedeutung sind, nahmen leicht zu, lineare Kleinstrukturen, wie Feldraine, nahmen jedoch ab.


