Agrarumweltmaßnahmen - ÖPUL
Das österreichische Agrarumweltprogramm ÖPUL (Österreichisches Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft) hat zum Ziel, umweltschonende und extensive Landwirtschaft zu unterstützen und den Erhalt gefährdeter Kulturlandschaften zu ermöglichen.
LandwirtInnen, die umweltfreundliche Produktionsverfahren beibehalten bzw. einführen, sollen entlohnt, Umweltdienstleistung abgegolten werden. Ziel ist es, den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen im Sinne der Allgemeinheit zu sichern und traditionelle Landschaften, die sich durch einen hohen Erholungswert auszeichnen, zu erhalten. Neben der wirtschaftlichen Komponente soll Umwelt (wieder) in der betrieblichen Planung Berücksichtigung finden und stärker ins Bewusstsein der bewirtschaftenden LandwirtInnen rücken.
Seit Herbst 2006 gibt es – nach 1995, 1998 und 2000 – die vierte Auflage des Österreichischen Agrarumweltprogramms, das ÖPUL 2007. Letzteres wurde in das Programm für die Ländliche Entwicklung LE 07-13 integriert und beansprucht einen hohen Anteil des in diesem Programm vorgesehenen Budgets.
Grundlage für die Überarbeitungen des ÖPUL, waren im Auftrag des Lebensministeriums durchgeführte Programmevaluierungen, die wesentlich zur Verbesserung und Anpassung des Programms an reale Gegebenheiten beitrugen.
Zur Umsetzung des Programms wurde ein horizontaler Ansatz gewählt, d.h. das Programm ist so gestaltet, dass alle LandwirtInnen daran teilnehmen können. Umweltschutzrelevante Aspekte sollten möglichst flächendeckend zum Einsatz kommen. Österreich hat somit ein Umweltprogramm, das in allen Gebieten des Landes angeboten wird und nicht, wie das in anderen EU-Ländern der Fall ist, nur ausgewiesene sensible Gebiete fördert.
Die Akzeptanz der Agrarumweltmaßnahmen ist in Österreich sehr hoch. 75% aller österreichischen LandwirtInnen beteiligen sich mit insgesamt rund 87% der landwirtschaftlich genutzten Fläche (ohne Berücksichtigung der Almflächen) kraft Umsetzung einer oder mehreren
Maßnahmen am Programm. Zwischen den Bundesländern gibt es jedoch große Unterschiede in der Umsetzung der Maßnahmen, wobei die Akzeptanz der Maßnahmen einer im Rahmen der Evaluierung des ÖPUL 2005 durchgeführten Studie zufolge in wesentlichem Maße von BeraterInnen und ExpertInnen abhängig ist.
Die Förderungsabwicklung im ÖPUL übernimmt die Agrar Markt Austria (AMA), sie bestimmt die „Förderwürdigkeit“ und kontrolliert die Einhaltung der Maßnahmen. Ansuchen werden über die Landwirtschaftskammern gestellt.
Maßnahmen, die sich durch starke Naturschutzrelevanz ausweisen sowie Regionalprojekte werden in Zusammenarbeit mit den Naturschutz- und Agrarbehörden der Länder abgewickelt.
Weiterführende Links finden Sie hier.



