LAG Donau-Böhmerwald: Nachhaltiges Bauen als Chance für die Region?

LAG Donau-Böhmerwald: Nachhaltiges Bauen als Chance für die Region?
Kalkbrandofen Altenhof (Gemeinde Hofkirchen/Pfarrkirchen)

Eppenschlag und Trametsried sind zwei unscheinbare Dörfer an der bayerisch-tschechischen Grenze mit ähnlichen Voraussetzungen wie viele Dörfer im ländlichen Raum. Im Einen gelingt es eine positive Dynamik der eigenständigen Entwicklung in Gang zu bringen. Ein Kunsthandwerker renoviert eine ehemalige Landwirtschaft und verwendet diese als Atelier. Ein gelernter Metzger übernimmt den elterlichen Hof und adaptiert den Gebäudebestand zu einem Wurst- und Fleischhandelsgewerbe. In anderen Dörfern stehen immer mehr Häuser leer. Der langsame Verfall der Dorfkerne beginnt. Der Filmbeitrag von Arch. Georg Oswald über Eppenschlag und Trametsried verdeutlicht eindrucksvoll, dass es von vielen Faktoren abhängt wie sich die gebaute Umgebung entwickelt. Manches davon ist Zufall, manches kann durch Bewusstseinsbildung und konsequente Baukultur im ländlichen Raum entstehen.

Die Ergebnisse der Potenzialerhebung „Historisches und ökologisches Bauen – Nachhaltiges Bauen eine Chance für die Region“ zeigen, dass in der Donau-Böhmerwaldregion und den angrenzenden Gemeinden in Bayern bereits jetzt zahlreiches nachhaltig Gebautes mit überregionaler Vorbildwirkung existiert. Ziel muss sein diese Baukultur mit nachwachsenden und natürlichen Rohstoffen der Region weiter zu entwickeln. Regional verfügbare Materialien wie Wolle, Lehm, Kalk, Flachs/Leinen, Stein/Granit und natürlich Holz werden heute im Bauwesen vielfältig und auf innovative Art und Weise eingesetzt. Die bewusste Positionierung des regionalen Baugewerbes zur Verwendung von nachwachsenden und natürlichen Baustoffen bietet in der Kooperation mit der Landwirtschaft Chancen für erhöhte Wertschöpfung. Die Entwicklung des Wissens darüber ist eine zentrale Aufgabe im Bereich der Baustofferzeugung und deren handwerklicher Verarbeitung betont Alfred Ruhdorfer – Initiator dieses grenzüberschreitenden Projektes.
 
Nachhaltiges Bauen bedeutet auch gesund Wohnen, Arbeiten und Leben. Fast 90 Prozent unserer Zeit halten wir uns in Innenräumen auf. Wenn diese Schadstoffbelastet sind, kann das zu gesundheitlichen Schäden führen. Die Verwendung von Lösungsmitteln, Lacken und Weichmachern kann Substanzen frei setzen, welche das Immun- und Nervensystem des Menschen schädigen oder Allergien auslösen. Expositionsvermeidung und –verminderung muss dann Vorrang haben betont Dr. Frank Bartram in seinem Vortrag. International gibt es bereits gesetzliche Grundlagen, welche es Patienten mit dem sogenannten „Sick-Building-Syndrom“ ermöglichen eine spezielle öffentliche Wohnung zu nutzen, während sein Haus renoviert bzw. umgebaut wird. Voraussetzung ist, dass die entsprechenden medizinischen Leitlinien zur professionellen Gebäudesanierung eingehalten werden (vgl. Prof. Dr. Chisato Mori, Dept. of Bioenvironmental Medicine Graduate School of Medicine der Chiba Universität, August 2008).
 
Die gesammelten Beiträge der Referenten sind auf Anfrage im Leader Büro Donau-Böhmerwald erhältlich.

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